Am Sonntag waren wir in Bhimtal.
Bhimtal ist das kleine Dorf in dem Kapil Singh Bora und Kusum Mehra wohnen. Die beiden Patenkinder von Katinka, ihren Eltern, meinen Eltern und mir.
Im Gepäck hatten wir Geschenke für Kapil: Eine Uhr, Cricketschläger, Fußball und Kusum: Eine Uhr, Malstifte, Papier. Für alle anderen Kinder Süßigkeiten.
Die Kinder haben sich sehr gefreut und blickten uns ungläubig, aber happy an. Sofort stürzten sich auch andere Kinder auf den Cricketschläger.
Kapil ist ein kleiner aufgeweckter Junge. Er spricht gutes Englisch und hat uns ein bisschen erzählt. Ihm gefällt das Dorf sehr und er hat seine Chance erkannt. Kusum ist etwas jünger und recht schüchtern. Ihr Englisch ist noch nicht so gut.
Vom Dorf selber waren wir total überrascht. Zu den Fakten: 120 Kinder aufgeteilt in 12 Häuser zu je 10 Kindern. In der Schule sind insgesamt ca. 200 Kinder. Die Schule endet mit der 12ten Klasse, unterrichtet wird von MOntag bis Samstag von 8 bis 14 Uhr. Danach sind die Kinder in ihren Wohngruppen. Die Kinder leben zu je dritt, bzw. zweit in einem Zimmer. In den Wohngruppen gibt es eine Küche, ein Wohnzimmer 4 Schlafzimmer und ein Zimmer für die Mutter. Die Mütter leben ausschließlich in den Gruppen. Sie haben also keine eigene Familie. Außerdem gibt es noch ca. 40 Mitarbeiter: Lehrer, Betreuer, Praktikanten, Verwaltung, Hausmeister...
Die Häuser selber sind sehr groß und relativ westlich. Es ist alles sehr sauber, ein Fernseher läuft im Wohnzimmer, es gibt einen Kühlschrank und ein Badezimmer im Haus. Die Zimmer sind sehr aufgeräumt und die Kinder scheinen sich sehr wohl zu fühlen. Die Mutter in Kapils Wohngruppe hatte die ganze Zeit ein sehr junges Kind auf dem Arm. Sie ersetzt die leibliche Mutter also so gut wie es geht.
Das Gelände ist sehr weitläufig. Es gibt mehrere Sportplätze, ein Internat, Spielplätze, die Häuser, ein Verwaltungsgebäude, eine kleine Halle, die Schule, Unterkünfte für die Beschäftigten, einen Computerraum usw. Kürzlich wurden zwei neue Wohnhäuser gebaut.
Zufällig war auch ein Erwachsener vor Ort, der in dem Dorf aufgewachsen ist. Er spricht sehr gutes Englisch und hat nach dem Schulabschluss ein Studium begonnen. Er arbeitet nun bei der staatlichen indischen Bank und wird bald seine eigene Familie gründen. Er sagt, dass er nach dem Verlust seiner Eltern ohne die Hilfe des Dorfes nicht überlebt hätte. Es ist schön zu sehen, was aus Kindern wird, wenn man ihnen die Chance gibt sich zu entwickeln.
Fazit: Wir waren sehr überrascht wie gut es in dem Dorf aussieht und wie heimisch die Kinder sind. Wir finden, dass unser Geld in Indien gut eingesetzt wird und es macht Spaß zu sehen, wie gut es den Kindern geht. Sie nutzen ihre Chance auf ein besseres Leben und bleiben dem Dorf ihr Leben lang verbunden.
Abends waren wir noch in der
Windsor Lodge in Ranikhet essen - Abschiedsessen. Für 17 Euro haben wir ein ausgezeichnetes 3 Gänge Menü mit Getränken bekommen. Die Kellner waren sehr bemüht und das Local in alt englischem Stil eingerichtet.
Morgen werde ich Ranikhet richtung ALmora, Uttarakhand verlassen. Übermorgen dann in Banbassa die Grenze nach Nepal überqueren und dort die nächsten 4 Wochen unterwegs sein. Danach komme ich wieder Richtung Norden um Katinka nach Delhi zu begleiten. So der Plan.
Ein Wohnhaus in dem Dorf.
im gestreiften: Kapil, dann Katinka ung ganz rechts Kusum.
Das tal in Bhimtal heisst See. Hier ist er.