Donnerstag, 23. Juni 2011

leider nix

Der Flug ist leider ausgefallen - das Wetter war zu schlecht.
Klettern konnte ich auch nicht, obwohl es eine Anlage hier gibt: "Perhaps next year" habe ich nur verstanden.
Morgen um 6 gehts dann aber erstmal zum Annapurma Trek. Das Geld fuer den Flug habe ich wieder bekommen und ich werd nach dem Trek noch einmal versuchen zu fliegen, vielleicht ist das Wetter ja dann besser. In der Zwischenzeit einige Fotos fuer euch:


Der Kletterturm, leider im Moment nicht zugaenglich.


So sehen hier die Trucks aus. Ich werde auch noch mal ein Foto von der Ladung machen!


Was ein Sonnenuntergang, oder?


Fuer 14 Euro habe ich mir 2 Oberteile und 2 Hosen gekauft. Nepal Style.


Adler und andere Greifvoegel sieht man hier ueberall!

Mittwoch, 22. Juni 2011


Pokhara ist eine eher touristische Stadt. Hier sammeln sich alle um ihre Treks zu starten. Man kann leicht Waesche waschen, einkaufen, relaxen. Uerberall sind Leute die Ausfluege organisieren.
Ich werde morgen (Donnerstag) Paragliden. Fuer 100 Euro gehts eine Stunde in die Luft. Gesatartet wird auf einem Berg in der Naehe, dann ueber den See bei Pokhara, ehe wir auf einer Lichtung im Wald landen. Von dort gehts mit dem Jeep zurueck nach Pokhara. Ich freue mich darauf!
Ausserdem habe ich heute meine Tim und meine Acap Card gekauft. Die Tim dient dazu meine Daten aufzunehmen, fuer den Fall, dass etwas passiert. Ich muss sie regelmaessig vorzeigen, damit Nepal weiss wo ich bin. Die ACAP dient zur Erhaltung der Natur, Entwicklung der Menschen usw. Zusammen kosten sie 30 Dollar.
Ansonsten relaxe ich im Moment. Werde nachher noch ein paar Nepal Klamotten kaufen, ehe ich uebermorgen zum Annapurma Circuit Trek aufbreche!


Almoras Altstadt


Ein trocknender Sahri in der Sonne


Das Einwandereungs Buero von Nepal


Uberall Kuehe, in Nepal auch. Hier auf der Hauptrasse von Pokhara


Touri Stadt Pokhara

Alomra

Almora war ein netter Zwischenstop!
Eine mittelgrosse Stadt mit einer schoenen Fussgaengerzone. Gepflastert, keine Autos und die Haeuser haben schoene Holzfassaden. Das Hotel war super. Fuer 6 Euro ein sauberes Zimmer, riesiges Bett und ein netten Besitzer. Weil ich weder Uhr, noch Wecker und schon gar kein Handy mit habe, habe ich ihn gebeten mich um 5 Uhr (Dienstag morgen) zu wecken, damit ich meinen Buss kriege. Er hat mich dann punektlich mit Kaffee geweckt.
Den Bus habe ich leider nicht bekommen: Wegen des Monsoons war die Verbindungsstrasse nach Banbasa gesperrt. Also musste ich einen Umweg in Kauf nehmen und erst nach Haldwani runter. 7h spaeter konnte ich in Haldwani umsteigen, noch einmal 4h und ich war in Banbassa. Die Fahrer sind sehr langsam und vorsichtig gefahren und beide Busse waren erstaunlicherweise nicht ueberfuellt. Dort musste ich 7km bis zur Grenze laufen. Die Grenze ist ein grosser Fluss und man ueberquert ihn auf einem Damm.
An den Grenzposten waere ich fast vorbei gelaufen. Kleine Huetten, keine Militaer, keine Polizei und keine Uniformen. Ein Man im verschwitzten Hemd deutete auf einen Stuhl und bot mir Chai an. Danach musste ich ihm das Visa erklaeren, ehe er mir den Ausreisestempel von Indien in den Pass drueckte.
2km spaeter waere ich dann auch an der nepalesischen Grenze fast vorbeigelaufen. Ein kleines Haus, mit einem Schild: Nepal Immigration Office. Weit und breit kein Grenzbeamter, nur spielende Kinder in dem Haus. Schliesslich kam eine dicker Mann im Unterhemd, Shorts und Fliflops. Ich habe ihn dreimal gefragt ob das wirklich der Grenzposten ist! Er war es. 42 Dollar leichter hatte ich nach 10 Minuten das Nepal Visa fuer 30 Tage.
Den Bus nach Pokhara habe ich leider nicht mehr bekommen, musste also eine Nacht in Mahendrannagar bleigen. Ein ekliges kleines Hotel mit Scharben und Heuschrecken, aber war ja nicht lange. Ich habe wieder den Direktor gebeten, mich zu wecken. Um 4.30 sollte mein Bus nach Pokhara abfahren. Naja, was soll ich sagen, er hats nicht geschafft. Zum Glueck bin ich puenktlich um 3:45 aufgewacht. Der Direktor hat hinter der Rezeption geschlafen...
Der Bus nach Pokhara hat 12 Stunden bis in einen Ort gebraucht, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe. Von dort noch einmal 4 Stunden bis nach Pokhara. Um 21 Uhr wollte ich dann nur noch in irgendein Hotel und duschen. Es waren immerhin 42 Grad draussen.
Am Busbahnhof hat mich ein Nepalesi angesprochen, ob ich schon ein Hotel haette. Er hat mir dann seins angeboten und mich auf seinem Motorrad mitgenommen. Der Fahrtwind war genau das, was ich brauchte.
Das Hotel ist sehr, sehr gut. Fuer 4 Euro habe ich ein grosses Bett, ein eigenes Bad mit Dusche und: Warmem Wasser in einem Strahl aus einer Brause ueber meinem Kopf!!!
Super.
Insgesamt habe ich also 28 Stunden im Bus gesessen. Ich meine keinen Bus wie man ihn kennt, sondern indische und nepalesische Busse. Vor mindestens 20 Jahren gebaut, fuer Inder und Nepalesen und nicht fuer Leute ueber 1,6m. Die Strassen sind auch, gerade in den Bergen, eher Pfade. Schlagloecher, Kieswege, Kurven. Ich glaube, ich fliege zurueck.


Vom Hoteldach in Almora


Der Damm, Fotografieren streng verboten!


Die Strasse an der Grenze auf Nepal Seite


Mein Rucksack nach 2 Tagen Reise ( 28Stunden Busfahrt)

Montag, 20. Juni 2011

Fotos


Das Essen hier ist sehr gut. Auch wenn die Laeden, Strassenkuechen und Staende manchmal etwas dreckig sind.


Unser Nachtlager in dem Kloster.


Auf dem Weg nach Bhimtal. Die Strassen machen jede Fahrt spannend.


Auch auf dem Weg nach Bhimtal. Hier hat ein Erdrutsch die Strasse weggespuelt. Eine Schotterpiste soll sie ersetzen. 

Almora

Kommetare koennen nun alle schreiben, nicht mehr nur registrierte Nutzer.
(Dazu einfach auf "X Kommentare" unter dem reweiligen Artikel klicken)

Ich habe nun noch einen Zwichenstop in Almora eingelegt. Das ist die Provinzhauptstadt.
Eine Gruppe von Grassroots (der NGO von Katinka), hat mich mit genommen und in der Naehe rausgelassen. Ich habe mir dann ein Hotel gesucht (5 Euro pro Nacht), um danach direkt in ein Internet Cafe zu gehen (25 Cent pro Stunde). Morgen werde ich gegen 6 Uhr morgends den Bus nach Banbassa nehmen. Ich habe hier schon einige Busse gesehen und habe etwas Angst vor der Fahrt. Aber es wird wohl alles gut gehen.
Von Banbassa (8h) moechte ich dann den Nachtbus nach Pokhara (16h) erwischen. sonst bleibe ich noch eine Nacht in Mahendranagar. Aus Pokhora werde ich mich noch einmal melden. Danach weiss ich nicht, wie gut die Chancen auf Internet stehen.

Die naechsten 4 Wochen


Am Montag werde ich Ranikhet verlassen und mich nach Nepal aufmachen. Von der Grenze bei Banbassa (Indien) nach Mahendranaga (Nepal). Von dort wartet eine 16 Stunden Busfahrt bis nach Pokhora - der zweitgrößten Stadt Nepals. Dort muss ich mich registrieren und eine Karte für das Schutzgebiet rund um den Annapurma kaufen. In Besi Sahar, östlich von Pokhara werde ich dann den Annapurma Circuit Trek starten. 20 Tage später werde ich in Jomsom ankommen. Auf dem Weg erwarten mich zum Beispiel ein Pass in 5416m Höhe, ungestörte Sicht auf den Annapurma(8091m) und der Kali Gandaki, ein mächtiger Schmelzwasser Strom. Dort in der Nähe gibt es auch natürliche Becken mit heißem Wasser.
Nach dem Trek werde ich mich vermutlich nach Kathmandu begeben, den Nepalesi besuchen und einige Runden in der Kletterhalle von Kathmandu drehen. Vielleicht kann ich auch noch Outdoor Klettertouren, einen Klettersteig oder einen Paraglidingflug buchen. Je nach dem wie weit der Monsoon ist.

Besuch in Bhimtal


Am Sonntag waren wir in Bhimtal.
Bhimtal ist das kleine Dorf in dem Kapil Singh Bora und Kusum Mehra wohnen. Die beiden Patenkinder von Katinka, ihren Eltern, meinen Eltern und mir.
Im Gepäck hatten wir Geschenke für Kapil: Eine Uhr, Cricketschläger, Fußball und Kusum: Eine Uhr, Malstifte, Papier. Für alle anderen Kinder Süßigkeiten.
Die Kinder haben sich sehr gefreut und blickten uns ungläubig, aber happy an. Sofort stürzten sich auch andere Kinder auf den Cricketschläger.
Kapil ist ein kleiner aufgeweckter Junge. Er spricht gutes Englisch und hat uns ein bisschen erzählt. Ihm gefällt das Dorf sehr und er hat seine Chance erkannt. Kusum ist etwas jünger und recht schüchtern. Ihr Englisch ist noch nicht so gut.
Vom Dorf selber waren wir total überrascht. Zu den Fakten: 120 Kinder aufgeteilt in 12 Häuser zu je 10 Kindern. In der Schule sind insgesamt ca. 200 Kinder. Die Schule endet mit der 12ten Klasse, unterrichtet wird von MOntag bis Samstag von 8 bis 14 Uhr. Danach sind die Kinder in ihren Wohngruppen. Die Kinder leben zu je dritt, bzw. zweit in einem Zimmer. In den Wohngruppen gibt es eine Küche, ein Wohnzimmer 4 Schlafzimmer und ein Zimmer für die Mutter. Die Mütter leben ausschließlich in den Gruppen. Sie haben also keine eigene Familie. Außerdem gibt es noch ca. 40 Mitarbeiter: Lehrer, Betreuer, Praktikanten, Verwaltung, Hausmeister...
Die Häuser selber sind sehr groß und relativ westlich. Es ist alles sehr sauber, ein Fernseher läuft im Wohnzimmer, es gibt einen Kühlschrank und ein Badezimmer im Haus. Die Zimmer sind sehr aufgeräumt und die Kinder scheinen sich sehr wohl zu fühlen. Die Mutter in Kapils Wohngruppe hatte die ganze Zeit ein sehr junges Kind auf dem Arm. Sie ersetzt die leibliche Mutter also so gut wie es geht.
Das Gelände ist sehr weitläufig. Es gibt mehrere Sportplätze, ein Internat, Spielplätze, die Häuser, ein Verwaltungsgebäude, eine kleine Halle, die Schule, Unterkünfte für die Beschäftigten, einen Computerraum usw. Kürzlich wurden zwei neue Wohnhäuser gebaut.
Zufällig war auch ein Erwachsener vor Ort, der in dem Dorf aufgewachsen ist. Er spricht sehr gutes Englisch und hat nach dem Schulabschluss ein Studium begonnen. Er arbeitet nun bei der staatlichen indischen Bank und wird bald seine eigene Familie gründen. Er sagt, dass er nach dem Verlust seiner Eltern ohne die Hilfe des Dorfes nicht überlebt hätte. Es ist schön zu sehen, was aus Kindern wird, wenn man ihnen die Chance gibt sich zu entwickeln.
Fazit: Wir waren sehr überrascht wie gut es in dem Dorf aussieht und wie heimisch die Kinder sind. Wir finden, dass unser Geld in Indien gut eingesetzt wird und es macht Spaß zu sehen, wie gut es den Kindern geht. Sie nutzen ihre Chance auf ein besseres Leben und bleiben dem Dorf ihr Leben lang verbunden.

Abends waren wir noch in der Windsor Lodge in Ranikhet essen - Abschiedsessen. Für 17 Euro haben wir ein ausgezeichnetes 3 Gänge Menü mit Getränken bekommen. Die Kellner waren sehr bemüht und das Local in alt englischem Stil eingerichtet.
Morgen werde ich Ranikhet richtung ALmora, Uttarakhand verlassen. Übermorgen dann in Banbassa die Grenze nach Nepal überqueren und dort die nächsten 4 Wochen unterwegs sein. Danach komme ich wieder Richtung Norden um Katinka nach Delhi zu begleiten. So der Plan.


Ein Wohnhaus in dem Dorf.


im gestreiften: Kapil, dann Katinka ung ganz rechts Kusum.


Das tal in Bhimtal heisst See. Hier ist er.

Hinter dem Ende der Welt


45 % der Inder haben ein eigenes Handy, aber nur 31% Zugang zu einer Toilette. Auf der einen Seite sieht man einen Porsche Cayenne, Handys, Metro,an jeder Ecke Funkmasten etc. und auf der anderen Seite funktioniert das Internet tageland nicht, Stromausfälle an jedem Tag und per Hand gewaschen. Dieses Land ist so gegensätzlich.

Aber zu dem was wir erlebt haben. Ich bin immer noch bei Katinka.
Am Freitag sind wir morgens aufgebrochen um mit dem Jeep bis ans Ende der Welt zu fahren. Zu Fuß sind wir dann noch weiter gegeangen. Von Ranikhet mit dem Jeep nach Dwarahat, umsteigen in den nächsten Jeep nach Kookuchina. Jeep fahren hier ist sehr interessant. Es passen immer genauso viele Leute rein, wie grade mitwollen, mindestens jedoch 13. Ich habe auch schon einen Jeep mit 12 Erwachsenen und 10 Kindern gesehen. Die Motorhaube des Jeeps von Dwarahat nach Kookuchina drohte die ganze Zeit bedrohlich gegen die Windschutzscheibe zu fliegen. Auch die Reifen hielten nur wiederwillig an der Achse und eierten bedenklich. Zum Glueck fahren die Fahrer hier maximal 40 kmh. Viel mehr ist ehrlich gesagt auf den Strassen auch nicht moeglich. Der Asphalt wird immer wieder von Steinschlaegen oder Erdrutschen unterbrochen. Neben der Strasse ist maximal 1m Wiese bis zur Steilwand. Manchmal broeckelt der Asphalt auch schon bedrohlich talwaerts und die Fahrer muessen ausweichen.
Jedenfalls haben wir den Jeep in Kookuchina verlassen. Das Dorf besteht aus einem einzigen Kiosk und eben der Straße die dort endet. Zwischen zwei Büschen kann man einen Torbogen mit einer GLocke finden - der Eingang zum Tempel Pandukholi. Ein Ort der nicht einmal in unserem Reiseführer steht. Von den zwei Büschen geht es 3,5 km bergauf, man legt immerhin 700 Höhenmeter zurück. Immer durch den Wald, vorbei an Steilhängen, angebrannten Bäumen, Bächen, teilweise geht man auf dem Bergkamm.
Am Ende des Weges wieder ein Torbogen mit Glocke, dahinter erstreckt sich eine Bergwiese und unglaublicher Frieden. Kein Autohupen. Bei genauem Hinhören hört man nichts. Eine WOhltat.
Wir haben dann das Kloster betreten, eine Erfahrung die man gemacht haben muss! Am Eingang gab es etwas zu trinken, während wir uns die Schuhe ausgezogen haben und dann sind wir ins Allerheilige des Ashram begleitet worden. Ein Mönch hat eine kleine Einführungszeremonie mit uns gemacht, an deren Ende wir einen roten Punkt auf die Stirn bekommen haben. Der Obermönch hat uns danach das Gelände und unser Nachtlager gezeigt. Ein sehr schöner Klostergarten, Rosen, alte Hütten, Unterkünfte, Statuen, Küche. Unser Nachtlager war ein kleiner Raum. Kalt, Feucht, Mäuse. Wir haben die Nacht aber gut überstanden.
Unser Highlight war die Aussicht von dem kleinen Turm: Freier Blick auf das Himalaya bei Sonnenuntergang - das Dach der Welt, unglaubliche Steinmassen, Schnee. Wir haben Trishlu (7120m), Nandaghunti (6309m), Mrigthuni (6855m), Maikatoli (6803m) und den Nanda Devi (7816m) gesehen. Ein einmaliger Moment.
Die Mönche im Kloster waren sehr gastreundlich. Wenn wir Hunger oder Durst hatten konnten wir die Küche, wenn wir Fragen hatten, den Obermönch aufsuchen. Die Küche war eine kleine Hütte. Innen sehr warm. Es wird auf offenenem Feuer gekocht. Die ganze Hütte ist verqualmt und die Decke glänzt schwarz speckig. Es gab große Portionen indischer Küche: Naan (Brot), Dhal (Gemüsesuppe), Reis, dazu Kartoffeln, Brei aus Bohnen.
Am nächsten Morgen sind wir um 7 Uhr aufgebrochen um zurück nach Ranikhet zu kommen.


Der Koch im Kloster.


Katinka mit Punkt.


Die Aussicht beim Sonnenuntergang.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Fotos

 Das Panorama von dem Gebetsgipfel
eine kleine Dorfschule. Morgen werde ich hier Kreide und Tafeln abliefern

Das ländliche Indien

Heute (Mittwoch) ist Katinka los, um in einem Dorf Daten für die NGO zu sammeln. Eigentlich sollte ich mitkommen, im Auto war aber kein Platz mehr. Ich war also erstmal alleine unterwegs. Ich bin abseits der großen Straße über kleine Feldwege auf den Terrassen der Berge 4 Stunden gewandert und dann mit dem Sammel Jeep zurück gefahren.
Nach gut einer halbe Stunde erreichte ich ein kleines Dorf namens Almora. Dort habe ich eine einmalige Erfahrung gemacht. Ein älterer Herr kam zu mir und hat mir zu verstehen gegeben ihm zu folgen. Er hat mir sein Dorf und sein Haus gezeigt und wir haben uns mit Händen und Füßen unterhalen. Almora ist ein sehr armes Dorf. Die Menschen leben von der Landarbeit und stellen alles was sie brauchen selber her. An jedem Haus an dem wir vorbeikamen bin ich vorgestellt worden und ich musste die Leute fotografieren, was ich natürlich gerne gemacht habe. Die Leute haben sich ehrlich und herzhaft gefreut, als ich ihnen die Fotos gezeigt habe. Am Haus von Ramesh Ran habe ich Chai und Kekse bekommen. Ramesh hat seine ganze Familie zusammengetrommelt und sogar jemanden gefunden der ein paar brocken Englisch spricht.
Das eigentliche Highlight meines Tages war aber der Besuch in der kleinen Dorfschule. Zwei Lehrerinnen unterrichten dort 10 Mädchen und Jungen zwischen 5 und 12 Jahren. Sofort haben sich alle auf mich gestürzt und ich haben allen die High Five bei gebracht. Danach hieß es aufstellen zum Gruppenfoto. Ein kleines Mädchen hat sich meine Kamera genommen und ich habe ihr gezeigt, wie sie fotografieren kann. Alle hatten viel Spaß. Dann musste ich aber weiter - ich wollte den Unterricht nicht weiter stören.
Morgen möchte ich wieder in das Dorf. Dann werde ich einige entwickelte Fotos, Malstifte, einen Ball und Kreide im Gepäck haben!
Auf meiner Wanderung bin ich dann noch zu einer Gebetsstätte auf einem Berggipfel gekommen. Von dort hatte ich einen unglaublichen 360° Blick über die Region. Zum Glück konnte ich auch die dunklen Wolken sehen die angerollt kamen. Schnell bin ich 30min im Laufschritt zurück in das Dorf und dann mit dem Sammeljeep zum Haus, in dem ich mit Katinka wohne. 10 Minuten später fing das Unwetter an, ein richtiger Regen! Katinka ist noch unterwegs, ich habe ihr schonmal ein Handtuch hingelegt...
Leider erlaubt mir die Internetverbindung hier nicht so viele Fotos hochzuladen, sobald ich ein Internet Cafe gefunden habe, hole ich das nach.
Nachmittags: Ich war noch in Ranikhet um Spielzeug, Tafeln, Kreide, Papier usw. zu kaufen. Einiges davon bringe ich morgen in das Dorf. Den Rest nehme ich am Freitag mit nach Bhimtal. In Bhimtal wohnt ein kleiner Junge, den Katinka, meine Eltern und ich unterstützen.
Wenn nun jemand auf die Idee kommen sollte, in Indien auch helfen zu wollen, der kann sich gerne bei den SOS Kinderdörfern informieren. Oder ich kann euch anbieten, für 1 bis 3 Euro hier vor Ort Spielzeug oder ähnliches zu kaufen und direkt zu verteilen.Schreibt mir einfach eine Mail.
in dem Dorf...
Namaste und schöne Grüße aus Indien auch von mir. 

Weil schon viele nach meiner Arbeit gefragt haben, also ein kleiner Bericht über das, was ich hier eigentlich mache: 
Ich mache grad mein Praktikum für zwei Monate im Bereich Entwicklungshilfe bei der Nichtregierungsorganisation (NGO) 'Grassroots' und sitze in Ranikhet, Uttarakhand. Die Stadt liegt schon im Himalaja Massiv auf gut 1500 bis 2000m Höhe. Diese NGO beschäftigt sich mit Entwicklung in Bergregionen und hat einen sehr weit gefassten Aufgabenbereich. Zum einen beschäftigen sie sich mit Wasserversorgung in Form von Trinkwasserbrunnen und sanitären Einrichtungen, zum anderen mit Biogasanlagen und Renaturierung der Wälder. Ein weiterer Bereich ist wirtschaftliche Entwicklung für Frauen, die in dieser Gegend mit einer ausgesprochen patriarchalischen Gesellschaft zu kämpfen haben. Zu dieser Entwicklung gehören sog. Selbsthilfegruppen, in denen zunächst gemeinschaftlich gespart wird, um Kredite an Mitglieder zu sehr geringen Zinssätzen zu verteilen. Darüber hinaus treffen sich die Frauen und reden über ihre Situation zu Hause und ihre Arbeit. Im Idealfall können diese Frauen als Gruppe Verbesserungsvorschläge formulieren, z.B. zum Thema Alkohol, Familienplanung, häusliche Gewalt, etc. und diese dann in Dörfern diskutieren und umsetzen. Es hängt aber leider von den jeweiligen Gruppen ab, wie weit die Gespräche und Forderungen gehen. Dann wird in diesen Gruppen auch gearbeitet: entweder gestrickt oder in der Landwirtschaft, z.B. der Anbau von Früchten und Gemüse. Diese Produkte werden dann im 'Umang Shop' verkauft und der gesamte Erlös wieder an die Frauen zurückgegeben. Dieser Erlös schafft eine ständige Einnahmequelle für Frauen und so können viele der Mitglieder ein besseres Haus, Hochzeiten und Privatschulen für die Kinder bezahlen. 

Meine Arbeit besteht zum einen darin, Interviews mit Frauen über ihre Arbeit und die Veränderungen, die diese Arbeit für sie gebracht hat, zu führen. Mit der Analyse kann die NGO dann sehen, wo Verbesserungen angebracht sind. Dann werde ich mich noch um die Selbsthilfegruppen an sich kümmern und Daten zu der wirtschaftlichen Entwicklung auswerten, damit die Arbeit und das Gesamtgehalt der Frauen langfristig erhöht werden kann. 

Ansonsten kann ich von großartigen Essen berichten. Es ist zwar alles vegetarisch, aber Fleisch hab ich noch nicht vermisst. Dafür schmeckt es hier einfach zu lecker! Dann ist die Gastfreundschaft der Menschen immens. Wenn wir in die Dörfer fahren und wissen, dass die Menschen hier sehr wenig Einkommen haben und darüber hinaus noch sehr, sehr hart auf Feldern arbeiten müssen, laden uns die Menschen doch immer gerne auf einen Tee zu sich nach Hause ein. Was etwas gewöhnungsbedürftig ist, sind die Männer und der Verkehr. Die Männer starren Frauen hier generell hinterher und bei Blonden natürlich noch mehr. Und gerade für 'ordnungsgewöhnte' Deutsche ist das Verkehrschaos ziemlich schwierig zu verstehen und ziemlich nervig dank der Hupen. Sogar in einer kleinen Stadt wie Ranikhet ist man froh wieder draußen zu sein, damit man keine Hupen und Autos mehr hört oder sieht. Ich mag mir gar nicht vorstellen wie es erst in den großen Städten wie Delhi, Kolkatta oder Mumbai sein mag... 

Und nicht zu vergessen ist die Umgebung hier: Berge soweit das Auge sieht, Wälder und eine traumhafte Tierwelt. Vor allem sind hier viele Vögel anzutreffen. Heute alleine haben wir hier Adler gesehen, die durch die Täler gekreist sind. Und Insekten gibt es hier unfassbar viele, aber gerade mit Mücken und anderen Insekten, die stechen, ist es sehr gut auszuhalten...

Ich hoffe, dass dieser kleine Einblick euch weiterhilft meine Arbeit und die Arbeit der NGO vor Ort zu verstehen und zu veranschaulichen :) Schöne Grüße und bis bald, Katinka

P.S.: mein Versuch Hindi zu lernen ist bis jetzt einfach nur gescheiter... :D





Dienstag, 14. Juni 2011

Endlich bei Katinka!


Nach einem kurzen Frühstück mit frittiertem Teig und Chai bin ich im Sammeltaxi nach Ranikhet gefahren. Taxi hört sich super an: ein Fiat 500 Nachbau besetzt mit 6 ausgewachsenen Männern und Gepäck. Die Straßen hier laden eher zum Trekking ein, als zum Autofahren. Immer wieder muss mein Kopf Kuhhintern ausweichen, die am Fenster, aus dem ich halb hänge vorbeifliegen. Ein Ständiges Hupen begleitet den Flug durch die Landschaft. Vor jedem Überholmanöver, jeder Kurve, bei jedem Fußgänger oder wenn es grade passt wird in Indien gehupt. In den Dörfern ist es fast erträglich, in Delhi nicht auszuhalten.
Nach 3 Stunden Taxifahrt und 200 Rupien (3,20 euro) leichter hat mich dann Katinka völlig entgeistert angeschaut, ehe sie sich freuen konnte.
Ihre Kollegen haben sie danach mehrmals aus dem Büro geschmissen und ihr klar gemacht, dass sie den Tag frei nehmen soll. Ich musste natürlich erzählen, wie meine Reise war, wie ich hergekommen bin und wie ich die Umgebung finde.
Die Umgebung ist atemberaubend: Man guckt auf Indiens höchsten Berg (Nanda Dewi) und riesige Ackerbau Terassen. Leider ist Ranikhet nicht so ein verschlafendes Nest, sondern ein Touristen Hotspot für indische Stadtflüchtlinge. Außerdem ist hier das indische Spezial Militär beheimatet. Die Maneaters und die Headhunters: The more we swet in Peace, the less we bleed in War. Alles klar?
Katinka und ich haben den Tag genutzt um in Ranikhet zu shoppen und zu essen. Die indische Straßenküche kommt fast an die in Malaysia ran! Es gibt hier auch ein tolles Tee Haus mit Verande und Blick auf die Adler, die über dem Tal kreisen. Man sitzt am Ende der Welt und lässt die Zeit bei Choko Shake und Muffins verstreichen während man das Himalaya Panorama und die Wunder der Natur genießt. Das ist wirklich eine schöne Entschädigung für den Stress in Delhi. Wobei ich mitlerweile auch davon ausgehe, dass ich einfach nur in der falschen Ecke der Stadt war.
Nach unserem Spaziergang habe ich ein bisschen Schlaf nachgeholt und Katinka hat einen Artikel über ihre Arbeit hier geschrieben, den ich bald einstellen werde!

Es geht steil bergauf


Montag abend bin ich um 22.40 mit dem Zug von Old Dehli Station nach Kathgodam gefahren.
Zugfahren in Indien ist der Hammer. Auf dem Bahnhof waren ungefähr 10000 Leute. Man kam nur mit sehr grobem Schieben vorwärts. Eine große Verstopfung und mitten drin Mütter mit Kindern auf dem Arm und Koffern auf dem Kopf, Ziegen, Hühner, Hunde und Männer die stehenbleiben um mich erstmal zu begutachten.
Ich hatte sehr viel Zeit mir das Treiben anzuschauen und habe sehr schnell gemekrt, dass die Indien Railway ein Ticket für einen Platz gerne auf mehrfach verkauft. Darauf hin habe ich mir eine Strategie zurecht gelegt um an meinen Platz zu kommen, habe diese über den Haufen geschmissen als der Zug eingefahren ist, bin auf den fahrenden Zug aufgesprungen, zu meinem Platz gehechtet und habe schon geschlafen, als die anderen Reisenden ins Abteil kamen. Ich habe die Sleeper Klasse gebucht und habe auf einer Pritsche gut schlafen können. Zwei weitere unverzichtbare Gegenstände für jeden Reisenden: Schlafbrille und Ohropax, das ist zusammen mit dem Klopapier der wahre Luxus meiner Reise!
Am Morgen bin ich aufgewacht und hatte grade noch genug Zeit um mir die Zähne im Zug zu putzen, ehe wir gegen halb sechs Uhr in Kathgodam eintrafen.
Leider ist das Internet zu langsam für mehr Fotos. Bald gibts mehr.

Sonntag, 12. Juni 2011

Oh Gott - Ich will hier wieder weg!

Das war was ich die letzten 4 Stunden gedacht habe.
Mit meinem Aufenthalt in Berlin und dem Flug will ich mich gar nicht weiter aufhalten. Ich fange mal mit der Ankunft an:
Ich bin vom Flughafen mit einem Inder, einem Nepalesi und 2 Spaniern los.
Der Inder hat alles geregelt, sass auch mit mir im Flugzeug. Spaeter sind wir getrennt worden und sind voll in die Touriabzocke reingestolpert. Stories von "keine Hotels mehr", "keine Zugtickets mehr" und das "offizielle Buero ist geschlossen" mussten wir uns anhoeren. Haben also heute Nacht kein Hotel gefunden und sind jetzt immernoch auf den Beinen.
Aus dem Bus habe ich Delhi aufwachen sehen. Da sind wir grade durch den "Speckmantel"von Delhi gefahren, die Slums - Vorohrte. Warum muessen kleine Kinder hier an der Autobahn den Muell sammeln? Warum haben all diese Leute kein zu Hause?
Highlight der Busfahrt war die Tankpause unterwegs: Alle Leute raus. 15 Minuten warten und dann wieder in den getankten Bus.
Jetzt ist aber seit ca. 1 Stunde wieder alles gut und wir koennen anfangen uns um Indien zu kuemmern:
Ich habe mein Zugticket nach Kathgodam und die beiden Spanier haben auch eins - irgendwo nach Norden.
Ein unglaubliches, unglaubliches, unglaubliches Land. Leider falle ich schon wieder zu schnell in die Vorurteilsschiene: Leute die mich fragen, wo ich hinwill versuche ich zu ignorieren. Staendig werde ich angesprochen, fast jeder spricht 2 Brocken Deutsch hier. Aber die meisten wollten bislang wirklich nur helfen. Ein TukTukfahrer hat uns sogar nicht mitgenommen, weil er meinte, dass wir das Stueck besser laufen sollen.
Eine TukTuk fahrt mit 3 Leuten, und Reisgepaeck ist sehr heikel. Das TukTuk droht staendig umzukippen und der Fahrer scheint seine eigenen Rekorde in waghalsigen Manovern brechen zu wollen.
Den Nepalesi will ich auf jeden Fall in Kathmandu besuchen, habe seine Telefonnummer und Mailadresse.
Morgen gehts aber erstmal nach Kathgodam. Richtung Katinka. Das ist eine Zugfahrt von 7 Stunden und kostet circa 2,5 Euro. Ich habe ein Schlafabteil im Nachtzug erwischt, geht um 22.50 an der Old Delhi Station los. Zugfahren in Indien - ein Traum wird war. Der Bahnhof verspricht jedenfalls viel Abenteuer!
Gegen 6 Uhr werde ich mein Ziel erreichen und mich dann mit dem Jeep weiter Richtung Nainital machen, von wo aus es die naechsten Tage dann nach Ranikhet - zu Katinka - geht.
Fotos habe ich leider noch keine machen koennen, habe die ganze Zeit den Rucksack dabei und moechte mich nicht zusaetzlich auf die Kamera konzentrieren muessen.
Werden aber nachgereicht! 

Mittwoch, 8. Juni 2011

Richtung Osten

Seit heute muss ich nicht mehr Arbeiten. Die Zeit nutze ich um die letzten Vorbereitungen für Indien zu treffen. Ich habe angefangen Sachen zu sortieren die mit müssen und sortiere immer wieder aus. Bis nur noch das nötigste dabei ist. Ganz besonders wichtig sind mir Klopapier und die richtigen Schuhe. Da wo ich hin will gibt es beides nicht zu kaufen und es steigert den persönlichen Komfort enorm.
Samstag morgen geht es mit Frank und seiner Frau, einer Mitfahrgelegenheit, nach Berlin. Eine Nacht im Ostel und Sonntag morgen zum Flughafen Schönefeld. 18 Stunden später Landung in Delhi und Hotelsuche, ankommen und eintauchen in die Kultur.
Ich freue mich.
Hier ein Foto von Katinka. Sie ist momentan in Ranikhet, Uttarakhand, Indien. Das Bild zeigt den Blick aus ihrem Zimmer. Die Berge sind ca. 7000m hoch. Es handelt sich um das Himalaya Massiv.